Wir leben vorerst im Netz weiter!

Haben Sie sich mal Gedanken darüber gemacht, was mit Ihren digitalen Daten nach dem Tod passiert? Wie sollen Verwandte mit dem digitalen Erbe umgehen? Wo hatten Sie überall Konten? Diese Fragen stellen sich Erben nach dem Tod eines nahestehenden Menschen oft, meist bleiben diese aber ungeklärt. So heikel wie dieses Thema auch ist, ist es doch wichtig, sich rechtzeitig darum zu kümmern.

E-Mails, soziale Netzwerke, Online-Shops, Online-Banking oder Spiele: Zu Lebzeiten können viele Konten im Internet anfallen. Wenn sich die Erben damit befassen müssen, kann das schnell zur Überforderung werden, denn wenn man sich nicht schnell genug darum kümmert, können laufende Verträge und offene Rechnungen zum Verhängnis werden.

Wer bietet welche Möglichkeiten?
Der Umgang mit Accounts von Verstorbenen variiert je nach Internet-Plattform. Um die Deaktivierung eines Accounts zu beantragen, werden meist persönliche Daten sowie die Sterbeurkunde benötigt.

Auf Facebook zum Beispiel, können Erben den Account in einen Gedenkzustand versetzen lassen, dazu ist eine Sterbeurkunde notwendig. Wenn Facebook die Anfrage annimmt, scheint neben dem Profil des Toten der Tag „In Erinnerung an“ auf. Befreundete Kontakte können der Person so nur noch gedenken und Kommentare posten. Neue Beiträge gibt es ab diesem Zeitpunkt keine mehr, dies ist nur möglich, wenn der Verstorbene jemanden als Facebook-Nachlasskontakt ernannt hat. Sofern dies gemacht wurde, kann der Nachlassverwalter eine letzte Nachricht verfassen und das Konto löschen.

Hier erfahren Sie wie sie auf Facebook einen Nachlasskontakt erstellen können >>
Was passiert nach meinem Tod mit meinem Facebook-Konto? >>

Aber was passiert mit E-Mail-Accounts und Kontakten für Online-Shops wie z.B. Amazon, wenn man die Passwörter nicht kennt? Diese erlöschen nicht einfach nach dem Tod.

In diesem Fall müssen sich Hinterbliebene zuerst einen Überblick über die Internetpräsenz des Verstorbenen verschaffen und sich an Betreiber wenden um Zugang zu erhalten. Das ist meist gar nicht so einfach, denn es gibt verschiedene Regelungen von Unternehmen. Bei manchen Anbietern gibt es ein Nutzungsrecht, das heißt mit dem Tod endet der Anspruch auf Software, Musik oder E-Book-Lizenzen. Einige Unternehmen verlangen Sterbeurkunde, Erbschein und Personalausweis, um beispielsweise E-Mail-Konten freizugeben. Andere rücken hingegen gar keine Daten heraus.

Da E-Mail-Provider eine zentrale Rolle für den digitalen Nachlass spielen, sollte man hier besonders auf die Bestimmungen achten.

Um selbst zu entscheiden, was nach dem Tod mit persönlichen Daten im Netz passiert und um Hinterbliebenen eine aufwendige und kostenintensive Suche nach Passwörtern, Konten, Lizenzen oder Verträgen zu ersparen, ist es ratsam Vorsorge zu treffen. Schauen Sie alle Passwörter an einem sicheren Ort zu lagern und immer wieder zu aktualisieren – am besten analog oder auf einem verschlüsselten USB-Stick. Und natürlich sollte eine Person des Vertrauens darüber informiert werden. Im Rahmen eines Testaments kann man auch einen digitalen Nachlasserben benennen.

Google bietet einen eigenen Dienst an, um den digitalen Nachlass zu regeln. Bis zu zehn Personen können benannt werden, die nach dem Tod Zugriff auf Daten bekommen können. Nach einer selbst bestimmten Frist, in der man inaktiv war, werden sie benachrichtigt. Man kann dabei selbst festlegen, wer wie viel Zugriff bekommt oder ob der Account automatisch gelöscht werden soll.

Hier haben wir die wichtigsten Punkte für den digitalen Nachlass nochmal zusammengefasst.
Um seinen Nachlass zu regeln, werden unter anderem folgende Methoden empfohlen:

  • Bestimmen Sie eine Person, die sich um Ihre Daten kümmern soll.
  • Halten Sie fest, was mit Ihren Daten passieren soll. Sollen die Accounts gelöscht werden oder erhalten bleiben?
  • Benutzen Sie einen Passwort-Manager und teilen Sie einer Vertrauensperson das Master-Passwort mit.
  • Halten Sie in Ihrem Testament alle Accounts mit Zugangsdaten fest.

Fazit: Kümmern Sie sich frühzeitig darum, damit sich Ihre Liebsten hierzu nicht allzu große Sorgen machen müssen!

Wenn Sie Hilfe bei der Organisation Ihres Online-Nachlasses brauchen, zögern Sie nicht uns zu kontaktieren, wir helfen Ihnen gerne!

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